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Ad Hominem

Ad Hominem bedeutet, eine Person oder Gruppe anzugreifen, anstatt auf ihre Argumente einzugehen.

Ad Hominem, lateinisch für “zum Menschen”, ist ein Trugschluss, der ein Argument diskreditiert, indem er die Person oder Gruppe angreift, die es vorbringt, und nicht das Argument selbst. Diese Taktik wird oft in politischen Debatten, der Werbung und der Öffentlichkeitsarbeit verwendet, um die Opposition zu diskreditieren und die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Beispiele

Beispiel für Ad Hominem in Aktion: ist das Argument, dass man “der Klimawissenschaft nicht trauen kann, weil die Klimawissenschaftler voreingenommen sind.” Bei diesem Argument liegt der Schwerpunkt nicht auf der Gültigkeit der Wissenschaft, sondern auf der angeblichen Voreingenommenheit der beteiligten Wissenschaftler. Diese trügerische Argumentation wird häufig verwendet, um wissenschaftliche Studien zu diskreditieren und Zweifel in der Öffentlichkeit zu wecken.

Erinnern Sie sich an den Fall, als eine Gruppe republikanischer Kongressabgeordneter einen Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, schickte, in dem sie seine Unterstützung für das Klimaabkommen von Paris kritisierten? In dem Brief griffen die Kongressabgeordneten Herrn Guterres persönlich an, anstatt auf den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel einzugehen.

Im Brief heisst es: “Wir fordern Sie nachdrücklich auf, die Souveränität der Vereinigten Staaten zu respektieren und jegliche Unterstützung für dieses unberechenbare und antidemokratische Abkommen zurückzuziehen. Sollten Sie sich weigern, haben wir keine andere Wahl, als uns anderen verantwortungsbewussten Nationen anzuschliessen, um unsere Bürger vor den massiven wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Auswirkungen dieses unklugen Abkommens zu schützen.”

Mit diesem Ad-hominem-Angriff auf Herrn Guterres wurde versucht, seine Unterstützung für das Pariser Klimaabkommen zu diskreditieren, indem seine Glaubwürdigkeit dadurch angegriffen wurde, indem ihm eine “antidemokratische” Haltung unterstellt wurde. Dieser Angriff ging jedoch nicht auf die wissenschaftlichen Beweise ein, die die Notwendigkeit von Massnahmen gegen den Klimawandel belegen.

Andere Beispiele in der Politik umfassen in der Regel Angriffe auf das Privatleben eines Politikers, anstatt seine Politik zu diskutieren, oder die Diskreditierung der Meinung einer Person aufgrund ihrer Rasse oder ihres Geschlechts. Diese Technik wird oft eingesetzt, um die Aufmerksamkeit von den wirklichen Problemen abzulenken und die Glaubwürdigkeit der Opposition anzugreifen.

In der Werbung kann ein Produkt beworben werden, indem man sich über das Aussehen einer Person lustig macht, z. B. über ihr Gewicht oder ihre Gesichtszüge. Diese Ad-hominem-Technik diskreditiert die Person und macht es unwahrscheinlicher, dass der Betrachter auf ihre Argumente hört.

Auch gibt es die Strategie eines Angriffs auf einen Konkurrenten. Unternehmen können ihre Konkurrenten in der Werbung angreifen, indem sie sich negativ über deren Produkte, deren Ruf oder die persönlichen Eigenschaften äussern, anstatt sich auf die Vorteile ihrer eigenen Produkte zu konzentrieren. Diese Ad-hominem-Technik zielt darauf ab, die Konkurrenz zu diskreditieren und den Betrachter davon abzuhalten, deren Produkte oder Dienstleistungen in Betracht zu ziehen.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen, das Bio-Lebensmittel herstellt, schaltet eine Anzeige, in der es den Geschäftsführer seines Konkurrenten persönlich angreift, anstatt sich auf die Qualität seiner eigenen Produkte zu konzentrieren. In der Anzeige heisst es: “Wie können Sie den Lebensmitteln der Firma XYZ vertrauen, wenn ihr Geschäftsführer eine Geschichte unethischer Geschäftspraktiken hat und mehrfach verklagt wurde?” Mit diesem Ad-hominem-Angriff wird versucht, die Konkurrenz zu diskreditieren, indem die Glaubwürdigkeit ihres CEOs angegriffen wird, anstatt auf die Qualität ihrer Produkte einzugehen.

Die Werbung versucht, bei den Verbrauchern Zweifel zu wecken, indem sie suggeriert, dass die Produkte aufgrund der früheren Geschäftspraktiken des Geschäftsführers nicht vertrauenswürdig sind. Dieser Angriff geht jedoch nicht auf die tatsächliche Qualität der Produkte ein und liefert auch keine Beweise für die von ihnen behauptete Überlegenheit. Stattdessen wird versucht, den Gegner zu diskreditieren, indem sein persönlicher Charakter angegriffen wird. Ein klassisches Beispiel für Ad Hominem.

Wie schützt man sich vor Ad Hominem?

  • Konzentrieren Sie sich auf das Argument: Wenn jemand Ihren Charakter oder Ihre Glaubwürdigkeit angreift, anstatt auf Ihre Argumente einzugehen, kann es verlockend sein, in gleicher Weise zu antworten. Am besten ist es jedoch, sich auf die Argumente zu konzentrieren und sich nicht durch persönliche Angriffe ablenken zu lassen.
  • Erkennen Sie den Trugschluss: Ad Hominem ist ein logischer Fehlschluss, d.h. es handelt sich um ein fehlerhaftes Argument. Wenn du erkennst, dass jemand Ad Hominem benutzt, kannst du es aussprechen und die Diskussion wieder auf das Argument lenken.
  • Bleiben Sie ruhig: Persönliche Angriffe können verletzend sein, aber es ist wichtig, ruhig und gelassen zu bleiben. Wenn Sie mit Wut oder Abwehr reagieren, wirken Sie weniger glaubwürdig und verschlimmern die Situation.
  • Suchen Sie nach unterschiedlichen Sichtweisen: Es ist leicht, in die Falle zu tappen, sich mit Leuten zu umgeben, die der gleichen Meinung sind wie man selbst, aber die Suche nach unterschiedlichen Perspektiven kann helfen, Ad-hominem-Angriffe zu vermeiden. Indem Sie sich mit verschiedenen Standpunkten auseinandersetzen, können Sie die Stärken und Schwächen der verschiedenen Argumente besser verstehen.
  • Werten Sie die Beweise aus: Wenn jemand einen persönlichen Angriff macht, ist es wichtig, die Beweise für sich selbst zu bewerten. Schauen Sie sich die Fakten und Beweise an, die zur Untermauerung des Arguments vorgelegt werden, und bewerten Sie sie nach ihren eigenen Vorzügen.

Insgesamt erfordert der Schutz vor Ad-hominem-Angriffen eine Kombination aus emotionaler Intelligenz, kritischem Denken und der Bereitschaft, Argumente auf der Grundlage von Evidenz und Fakten und nicht von persönlichen Angriffen zu bewerten.

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